Werke und Projekte als Leitlinie

Das Leben als Fragezeichen zu betrachten, diese Haltung prägt meine Bücher. Ich schreibe einerseits Prosa (besonders gern längere Erzählungen und kürzere Romane), andererseits aber geisteswissenschaftliche Fachtexte. Das passt vielleicht auch zu meinen beiden Studienfächern Deutsch und Geschichte, wobei Geschichte immer das Stiefkind war. Denn ich hatte es nie so mit den Zahlen und Fakten, sondern mehr mit den Verhältnissen und Strukturen.

 

Von Anfang an engagierte ich mich gern in Literatenkreisen. Als ich 1987 nach Frankfurt kam, gab es noch die Romanfabrik in der Uhlandstraße: einen Ort, der mir künstlerisch und ein wenig verrucht zugleich vorkam. Ich leckte zwar Blut, zog dort aber nicht ein, sondern lieber in eine biedere Studierenden-Wohngemeinschaft. Aber auch an der Universität engagierte ich mich  - natürlich bei den Germanisten - und gründete ein Tutorium für schreibende Studentinnen und Studenten. So ging es dann auch weiter. Später leitete ich Schreibworkshops und dann kamen auch die ersten eigenen Veröffentlichungen.

 

Im weiteren Verlauf meines Studiums beschäftigte ich mich schwerpunktmäßig mit dem Gesellschaftsroman des 19. Jahrhunderts. Der dort immer wieder ausgesprochene Konflikt zwischen sittlicher Ordnung und sinnlichem Verlangen war für mich sehr nachvollziehbar zwischen meinen Bedürfnissen nach einer bürgerlichen Laufbahn und nach künstlerischer Freiheit.

 

Die Frage, welche Werte und Motive die Inhalte und die Formen unseres Schreibens bestimmen, ist der rote Faden aller meiner bisherigen literarischen und literaturwissenschaftlichen Schriften. Besonders der Ausschluss der Benachteiligten von der Glückswürdigkeit hat mich stets beschäftigt. 

 

Lassen Sie sich also überraschen. Meine nächste Lesung erwartet Sie am Donnerstag, den 13. Dezember 2018 um 20 Uhr in der Denkbar, Spohrstraße 64a, 60318 Frankfurt am Main. Info zur Veranstaltung

 

 

Die Geschichte hinter den Geschichten

Seit Herbst 2017 habe ich eine Autorschaft in der Bibliothek der Generationen des Historischen Museums Frankfurt am Main. Dieses Projekt ist eine generationenübegreifende Erinnerungsinstallation. Unter dem Namen "Bibliothek der Alten" wurde es von Sigrid Sigurdsson initiiert. Die heutige Kuratorin ist Dr. Angela Jannelli. 

Es ist ein "offenes Archiv" - lebendig, veränderlich und vergänglich. Es umfasst biografische, historische und wissenschaftliche Zeugnisse, die mit Frankfurt und mit Personen, die mit Frankfurt verbunden sind, zu tun haben. Bis zum Jahr 2105 werden die Bücher und Gegenstände der rund 100 Autorinnen und Autoren aufbewahrt und sind für interessierte LeserInnen zugänglich.

Näheres hier: Bibliothek der Generationen

 

In einem großen handgeschriebenen und handgeklebten Buch erzähle ich von den Stationen meines Lebens in Frankfurt und den Ereignissen, die mich zum Schreiben inspirierten. Hier mein Hörbeitrag zur aktellen Ausstellung "Orte der Jugend" über die Romanfabrik in der Uhlandstraße. (Dem Link folgen und kleine Audio-Leiste anklicken)