Die Akademikerin

Größenwahn Verlag

Hard Cover · 200 Seiten · 13,6 x 20,6 cm

ISBN: 978-3-95771-069-7 · 21,90 €

auch als e-book erhältlich eISBN: 978-3-95771-070-3 · 17,99 €

 

 

Das Buch: Susanne Konrad erzählt die bewegende Geschichte einer Frau, die besessen ist von der wissenschaftlichen Arbeit und dem Drang nach Selbstverwirklichung durch die Philosophie. Doch die 30-jährige Milena Kandziora verzettelt sich in ihrem Promotionsvorhaben und scheitert. Hilfe und Halt findet sie bei dem „einfachen“  Lageristen Johannes - Aus der »Liebe zur Weisheit« wird die Kunst, mit Gefühlen umzugehen. Doch diese erreicht Melina erst nach mehreren Schicksalsschlägen.

 

Die Autorin: 1965 in Bonn geboren, studierte sie Literaturwissenschaft und Geschichte. 1995 promovierte sie über Goethes Wahlverwandtschaften. 2005 erschien ihr erster Roman Camilles Schatten. Die Autorin hat Fachbücher über »Integration« und »Kreatives Schreiben« veröffentlicht, ferner zahlreiche literarische und redaktionelle Beiträge. Schwerpunkte ihrer schriftstellerischen Arbeit sind der Entwicklungsroman sowie Prosa zu den Themen Migration, Heimat und lokale Identität. Die Autorin lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

 

 

Rezension

 

„Die Akademikerin“ ist ein melancholisch grundierter Entwicklungsroman, der Leserinnen und Leser nachdenklich stimmt. Melina, eine junge Doktorandin, will über das Werk einer amerikanischen Philosophin promovieren, in dem es um die Beziehung zwischen Verstand und Gefühl geht. Dabei verwirren sich ihr die Begriffe, auch übertragen auf ihr eigenes Leben, von ihrem Doktorvater fühlt sie sich im Stich gelassen und gibt auf. Ihre Depression sitzt so tief, dass sie sich zu einem Selbstmordversuch verleiten lässt, bei dem sie Johannes, eine Kneipenbekanntschaft, rettet. Johannes gibt vor, Redakteur zu sein, arbeitet aber tatsächlich als Lagerist bei einer Zeitung. Als Melina ihm auf die Schliche kommt, will sie ihn verlassen. Es kommt jedoch anders. Die beiden werden ein Paar und heiraten. Johannes ermutigt sie, weiter zu forschen, aber ihr fehlt die Motivation. Allerdings lernt Melina, mit ihren Gefühlen umzugehen und den Alltag zu bewältigen, auch nachdem ihre Beziehung zu Johannes ein tragisches Ende nimmt. Sie entwickelt sich weiter und nimmt schließlich sogar ihre wissenschaftliche Arbeit wieder auf, denn „ohne ihre geistige Tätigkeit fühlt sie sich arm, wie ein halber Mensch“. Es ist ein sehr genau recherchiertes Buch, sowohl in den Passagen, die sich mit der Philosophie als Wissenschaft befassen, als auch in den zahlreichen Alltagssituationen. Eine scheiternde Akademikerin wird mit einem ihr anfangs fremden Milieu konfrontiert, einem Milieu, das, wie sie meint, „unter ihrem Stand“ ist, und bewährt sich darin.

 

Monika Carbe, Schriftstellerin