Schreibworkshops und -Seminare
Schreibwerkstatt "Kreativ und ausdrucksvoll schreiben"
Ort: Club Voltaire, Kleine Hochstr. 5. 60313 Frankfurt (Nähe Hauptwache, Fressgass), Seminarraum 2. Stock.
1 x monatlich freitags, 6 Termine: von 18-20 Uhr
20.02.2026; 20.03.2026; 15.05.2026; 19.06.2026; 18.09.2026; 20.11. 2026.
Schreiben hat eine heilende Wirkung. Das erleben wir besonders beim Schreiben in einer Gruppe. Wir inspirieren uns gegenseitig, wenn wir vor Ort gemeinsam schreiben. Das gegenseitige Vorlesen tut ebenfalls gut. Wir hören unsere eigene Stimme und erfahren, dass uns andere zuhören. Behutsame Reaktionen erweitern unseren Blick auf unsere Texte. Manche Schreibende wollen noch mehr: etwas veröffentlichen, eine Geschichte oder ein Gedicht in einer Zeitschrift unterbringen, manche arbeiten bereits an einem eigenen Buch. Unsere Texte voranzubringen ist ein wichtiger Motor dieser Schreibwerkstatt; und sie am Ende vielleicht auch einem Publikum zu präsentieren, sei es auf einer gemeinsamen Lesung, sei es in einer Anthologie. Der Kurs läuft über anderthalb Jahre von September 2025 bis November 2026 , ein guter Zeitraum, um sich kennenzulernen und die Schreibideen gedeihen zu lassen. Der Kurs bietet Raum, sich über die Sorgen und Wünsche in Bezug auf das Schreiben auszutauschen, und über die besonderen Bedingungen in der Literatur- und Schreibszene für Menschen mit psychischen Belastungen zu reden.
W e i t e r e A n g e b o t e
Kreativität und Psychose
Zwischen Therapie und Anspruch wie ist das mit dem kreativen Schaffen mit Psychose? Künstlerische und literarische Kreativität kann heilsam sein, aber auch noch tiefer in die Psychose führen. Manche Menschen sagen, erst in der Psychose werden sie so richtig kreativ. Andere meinen, dass Texte und Kunstwerke in einem nicht-psychotischen Zustand besser gelingen. Welche Rolle spielt Kreativität für uns? Welche Erfahrungen machen wir mit unserem schöpferischen Schaffen? Und wie können wir es am besten für unsere Genesung wirken lassen?
Das autofiktionale Schreiben und seine heilsame Wirkung
Autofiktionales Schreiben ist eine Mischform zwischen autobiografischem und fiktionalem Schreiben. Erlebtes wird mit Erfundenem verflochten. Dies kann für Schreibende mit Psychiatrieerfahrung zu einem wichtigen Ansatz werden: Wenn Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder seelischen Belastung schreiben, greifen sie oftmals zu autobiografischen Stoffen. Dadurch haften sie sehr eng am Erlebten und haben wenig Gestaltungsfreiheit. Ein geeigneter Weg, die enge Ich-Bezogenheit aufzubrechen und doch nah am Eigenen zu bleiben, ist das autofiktionale Schreiben. Bei dieser Form literarischen Erzählens bleibt der Autor im Protagonisten erkennbar und der Erzähler lässt seine Hauptfigur teils Authentisches, teils Erfundenes erleben. Das autofiktionale Schreiben hat den Vorteil, dass man bei sich selber bleiben kann, dass aber zugleich eine Distanz zum Erzählten eintritt, indem man mit Realität und Fiktion spielt. Dies trägt zur Reflexion und damit zur Genesung bei, manchmal sogar besser als das Schreiben rein autobiografischer Selbstverständigungstexte. Außerdem kann man recht frei mit Inhalten und Stoffen hantieren.
Literatur der Psychiatrie
Es gibt viele Bücher, die Psychiatrie-Erfahrung thematisieren. Gibt es eine besondere Schreibe aus Betroffenensicht? Kann man Psychiatrie-Erfahrenen-Literatur gar als Genre verstehen, wie etwa Migrantenliteratur? Antworten auf diese Fragen suchen wir gemeinsam anhand zahlreicher Beispiele aus der Literatur.
Zunächst werden verschiedene Bücher vorgestellt. Dadurch nähern uns den Besonderheiten einer „Literatur der Psychiatrie“ an. Danach geht es um Fragen, ob sich das Genre „erschöpft“ hat oder ob es auch Neues, noch Ungesagtes gibt. Für den zweiten Tag ist die Entwicklung eines Exposés für einen eigenen Psychiatrieroman oder Essay vorgesehen.
Kreative Schreibwerkstatt
Finde deine persönliche Erzählstimme! Eigene Erzählideen im treffenden Ton umzusetzen und für die richtigen Bilder auch die richtige Erzählform zu finden, ist Anliegen des Workshops. Die Arbeit an kürzeren Prosatexten steht im Mittelpunkt: Kurzprosa, klassische Kurzgeschichte mit Plot und Spannungsbogen, offener gefasste Erzählungen, das Schreiben in der ersten und dritten Person, nur um Beispiele zu nennen. Dabei achte ich besonders darauf, dass der Autor zu seinem authentischen Ton findet und die Leser/Hörer für seinen Text einzunehmen und zu gewinnen versteht. Ein Erfahrungsaustausch über verschiedene Formen des Veröffentlichens rundet den Kurs ab.
Die Werkstatt richtet sich an Schreibende, die ihre Technik noch verfeinern möchten Zu wechselnden Impulsvorgaben wird vor Ort geschrieben und vorgelesen. Zur Ergänzung bringe ich jeweils einen kurzen theoretischen Text zur Reflexion über den Schreibprozess und über handwerkliche Aspekte des Schreibens mit.
Längere Texte schreiben – Von der Idee zum Manuskript
Viele Schreibende kennen die Herausforderung: Eine Idee ist da – ein Bild, eine Szene, eine Figur oder ein Satz, der sich festgesetzt hat. Doch wie wird daraus ein längerer Text, der trägt? Wie verwandelt man einen Einfall in eine Geschichte mit Struktur, Tiefe und Spannung?
Der zweitägige Workshop führt Schritt für Schritt durch diesen kreativen Prozess. Er richtet sich an Menschen, die bereits kurze Texte geschrieben haben und nun ein umfangreicheres Schreibprojekt – eine längere Erzählung, eine Novelle oder gar einen Roman – entwickeln oder weiterführen möchten.